Memento mori. Teil 5/5
Trotzdem braucht es noch mehr. Zum Beispiel die Fähigkeit, zwischen sich selbst und dem, was man geschaffen hat, zu unterscheiden“, meint Lotter. Ist der Vorgänger, Gründer, Unternehmer ein charismatischer Künstler wird die Übergabe des Werkes schwierig. Denn wie wir wissen gibt es für Künstler keine Nachfolger. Mit dem Ende des Künstlers ist auch „das Werk“ vollendet. Vielen Unternehmen wird erst im Nachfolgeprozess wirklich klar, was sie überhaupt machen. Interessante Tatsche. Und oft die Erkenntnis der Frage: was würde denn fehlen, wenn wir den Laden dicht machen?Heute gilt: Wissen ist der wichtigste Rohstoff, Denken und Ideenfindung die Grundlage wirtschaftlicher Erfolge.[…] Je wichtiger Ideen werden, umso öfter scheitern klassische Nachfolge-Modelle.[…] Ich werde nicht Van Gogh werden. Aber trotzdem hätte ich gerne bei ihm gelernt.
Was kann man also weitergeben? Wolf Lotter: Eine Idee, die die Nachfolger nehmen und zu ihrer machen- und das heißt immer auch, dass sie verändert werden, vielleicht verbessert.“